Wir feiern 2026 den 25-sten Geburtstag des „Kammerchor Feldkirch“: 2001 haben sich damals unter neuer künstlerischer Leitung von Martin Lindenthal 24 SängerInnen des ehemals renommierten und international tätigen „Kammerchor Hortus Musicus Feldkirch“ zu einem neuen Chor unter neuem Namen zusammengetan, nachdem sich der Gründer Prof. Gerhard Dallinger als erfolgreicher Dirigent und Manager des Chores in dieser Rolle nach fast zwei Jahrzehnten zurückgezogen hatte. Das Ensemble blickt auf ein reiches Repertoire an a-cappella-Gesang zurück. Vor allem die ersten 8 Jahre (2001 – 2009) unter Martin Lindenthals Leitung standen unter diesem Schwerpunkt. Das Spektrum reichte von alter Musik über die Romantik bis hin zu zahlreichen Werken zeitgenössischer Komponisten mit Rang und Namen. Obwohl der Chor schon in diesen Jahren immer wieder mal mit begleitender kammer-musikalischer Instrumentierung und auch mit größeren Chor-Orchester-Werken wie dem Alexanderfest von Händel, der Chinesischen Marienvesper, dem Sonnengesang des Hl. Franziskus von Gubaidulina oder der Poulenc-Oper „les mamelles de tirésias“ aufhorchen ließ, kam es danach unter der Leitung von Benjamin Lack (2010 – 2024) neben der Fortführung der gemäßen a-cappella-Kunst zu einer neuen Schwerpunkt-Setzung. Das Repertoire wurde durch zahlreiche große Chor-Orchester-Werke bereichert: H-Moll-Messe von Bach, die große C-Moll-Messe von Mozart, Messe in E-Moll von Bruckner, Messe in E-Moll von Catalani, Deutsche Messe von Schubert, Requiem in C-Moll von Cherubini… Oratorien wie die Jahreszeiten von Haydn, Messias von Händel, das Weihnachtsoratorium, die Johannes- und Matthäuspassion von Bach – immer wieder auch in völlig neuen Formaten der Montforter Zwischentöne präsentiert… Höhepunkte waren beispielsweise auch die Aufführung von Porgy & Bess unter Wayne Marschall oder natürlich die (Mit-)Gestaltung des Mahler-Symphonien-Zyklus unter der Leitung von Kyrill Petrenko. Insgesamt präsentierte der Kammerchor ca. 340 Werke, aufgegliedert in einzelne Sätze oder Titel waren es an die 600 Musikstücke in 25 Jahren.
Die Stammbesetzung ist in den letzten Jahren auf 18 SängerInnen geschrumpft – es blieben noch drei (!) Sänger in der Tenorstimme. Da sich, trotz vieler Bemühungen schließlich kein „Nachwuchs“ nachhaltig unter diesem Namen integrieren lassen wollte, war eine Auflösung unausweichlich. … da half auch nicht, dass sich in den vergangenen zwei Jahren noch zwei kompetente künstlerische Leiter (Ulrich Mayr und Jakob Peböck) um das „Erbe“ bemühten, das Benjamin Lack wegen seiner Berufung an die Kunstuniversität Graz nach 14 Jahren künstlerischer Leitung hinterlassen hatte. Die meisten von uns werden natürlich auch künftig in verschiedenen Ensembles zu hören sein, knapp 50% der SängerInnen des Kammerchor Feldkirch konnten in den von Jakob Peböck neu gegründeten „Enchore“ übernommen werden.
Jakob Peböck, Jg. 1993, Studium Schulmusik und Gesang bei Maria Erlacher-Forster; außerdem in Riga bei Krišjānis Norvelis (Gesang), in Wien bei Alexander Mayr (Gesang) und Johannes Hiemetsberger (Chorleitung); darüber hinaus Masterclasses u.a. bei Maria Goundorina, Florian Benfer, Johan van der Sandt und Stephen Connolly.
Als Chorleiter ist Jakob Peböck beim Landesjugendchor VOICES, beim Chor der STELLA-Musikhochschule, bei der Stimmwerkbande Chur sowie projektweise freischaffend (u.a. bei den Bregenzer Festspielen) engagiert. Als Sänger ist er solistisch und in Ensembles (z.B. als Bariton des Barbershop-Quartetts „Five Gold Rings“) aktiv.
Seit Oktober '26 Leiter eines neuen Chores „Enchore“, in den auch SängerInnen des Kammerchor Feldkirch übernommen wurden…
Benjamin Lack hat 14 Jahre lang unseren Chor mit viel Feingefühl, äußerster Musikalität, Geduld, Begeisterung und Motivation geleitet. Wir blicken mit Wehmut und Dankbarkeit auf intensive, schöne Jahre zurück, die uns mehr als geprägt haben. Mit ihm haben wir wunderbare Projekte verwirklicht und sind immer wieder über uns hinausgewachsen. Neue wichtige Aufgaben für Benjamin haben eine weitere regelmäßige Zusammenarbeit leider nicht mehr zugelassen. Umso mehr freuen wir uns über die gemeinsame Gestaltung der Abschied- und Abschlussprojekte …